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Entscheidung ist vollkommen unverständlich“ - Videoüberwachung im Taxi

Lüdinghausen - Bundesweit wurden im Jahr 2010 235 Taxifahrerinnen und Taxifahrer von Fahrgästen verletzt, zwei sogar getötet. Viele Unternehmer sind inzwischen dazu übergegangen, in ihren Fahrzeugen Videokameras zu installieren, um so die Sicherheit der Fahrer zu erhöhen. Dem wollen jetzt die Datenschutzbeauftragten der Länder einen Riegel vorschieben. So will der NRW-Datenschutzbeauftragte Ulrich Lepper Videoaufzeichnungen im Taxi „nur in Ausnahmefällen“ möglich machen - nur Standbilder oder sehr kurze Sequenzen.

Diese Entscheidung ist vollkommen unverständlich“, sagt dazu der Lüdinghauser Taxiunternehmer Rainer Nee, der mit seinem Betrieb seit 1994 an der Wolfsbergerstraße sitzt. Rund 25 Fahrer sind für ihn wechselweise im Einsatz. Und um deren Sicherheit ist er besorgt. Schließlich seien Fahrer schon“ wegen geringer Cent-Beträge bedrängt worden“. Auch er habe schon daran gedacht, seine Taxis mit Videokameras auszustatten.

Seine Fahrer seien nicht glücklich über die Entscheidung der Datenschutzbeauftragten. Denn eine Attacke auf einen Taxifahrer sei heutzutage längst nicht mehr „nur“ mit einem blauen Auge abgetan. Die Tätlichkeiten seien deutlich rigoroser. Bei der Einschätzung seiner Fahrgäste müsse sich der Fahrer einfach auf seine Menschenkenntnis verlassen.

Die reicht in den RVM-Bussen mit Dutzenden von Fahrgästen nicht aus. Das Verkehrsunternehmen setzt bereits seit geraumer Zeit auf videoüberwachte Busse, bestätigt Pressesprecher Markus Kleymann. Bereits beim Einstieg werden die Fahrgäste auf die Überwachung per Kamera hingewiesen. „Die Videoüberwachung dient der Sicherheit nicht nur der Fahrer, sondern auch anderer Fahrgäste“, erklärt er. Alle Videoaufzeichnungen würden allerdings nach drei Tagen automatisch überschrieben.

Dass bei Bussen eine Überwachung per Kamera möglich sein soll, im Taxi aber nicht, will Rainer Nee nicht verstehen. Und er hat ein ganz praktisches Beispiel parat. Vor einiger Zeit sei einer seiner Fahrer von einem Fahrgast geschlagen worden. Dessen Begleitung habe dann später bei der Polizei ausgesagt, dass es dieses Vorkommnis gar nicht gegeben habe. „Unser Fahrer hatte da keine Chance“, so Nee. Ein Grund mehr für ihn, für eine Videoüberwachung zu plädieren. „Ein Standbild hilft da auch nicht weiter“, ist er sicher.

(Quelle:von Peter Werth, Lüdinghausen -Westfälische Nachrichten)

Foto: Der Lüdinghauser Taxi Unternehmer Rainer Nee plädiert für eine Videoüberwachung in Taxis. Da gehe die Sicherheit der Fahrer vor dem Datenschutz der Fahrgäste.

Taxifahrer retten Hausbewohner vor Flammentod!!
Rettungsmedaille für Jürgen Malm-Schedwill und Marco Krampe

Am 28. November 2009 warten die Taxifahrer Jürgen Malm-Schedwill und Marco Krampe am Bahnhof Dülmen auf Fahrgäste. Plötzlich hören sie einen lauten Knall. Rauch steigt aus einem Mehrfamilienhaus an der Bahnhofsstraße auf. Jürgen Malm-Schedwill greift sofort zu seinem Handy und versucht vergeblich, die Feuerwehr zu erreichen. Schließlich verständigt er die Polizei. Zusammen mit Marco Krampe läuft er dann zu dem Haus. Aus der Wohnung im Erdgeschoss schlagen Flammen. Sie drücken alle Klingeln, um die Bewohnerinnen und Bewohner zu warnen. Als ihnen daraufhin die Haustür aufgedrückt wird, eilen sie in das bereits stark verqualmte Treppenhaus.

Sie laufen in alle Stockwerke und klingeln an den Wohnungstüren. Türen, die nicht geöffnet werden, treten sie umgehend ein und wecken die Bewohner, damit diese sich in Sicherheit bringen können. Der Rauch wird stärker und erschwert ihnen das Atmen. Im 4. Stock wird die Tür trotz Klingelns nicht geöffnet. Wie bereits zuvor, verschafft sich Jürgen Malm-Schedwill gewaltsam Zutritt.

Ein älterer, leicht verstörter Mann kommt ihm entgegen. Erst jetzt bemerkt er, dass es brennt. Jürgen Malm-Schedwill und Marco Krampe begleiten ihn nach unten. Die starke Rauchentwicklung im mittlerweile gänzlich verrauchten Treppenhaus erschwert ihnen den Rückweg. Marco Krampe hält sich seinen Pullover vor den Mund, um den Qualm abzuhalten. Inzwischen eingetroffene Feuerwehrleute kommen ihnen entgegen und helfen ihnen schließlich nach draußen.

Die beiden Retter und alle von ihnen gewarnten Hausbewohner werden mit Verdacht auf Rauchvergiftung zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert. Eine Bewohnerin erliegt später ihren Verletzungen.

Durch das mutige und entschlossene Eingreifen von Jürgen Malm-Schedwill und Marco Krampe wurden die Hausbewohner vor dem Flammentod gerettet.